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Donnerstag, 27.04.2017


Logo des Gemeindetages,
entworfen von Ulrich Kestler

14.06.2015 Aufbruch - wie geht es weiter?

Der Zukunftsausschuss hat die Ergebnisse des Gemeindetages ausgewertet und überlegt, wie es weiter gehen kann. Dabei konnten schon einige konkrete Ideen festgemacht und umgesetzt werden. Manches Interessante ist angedacht...

Um diese Ideen zur Weiterentwicklung der Gemeinde vorzustellen, wurde am 14.06., im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst, zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Dabei wurde - auf vielfachen Wunsch - auch der Gemeindefilm noch einmal gezeigt, den die Pfadfinder für den Gemeindetag gedreht haben.

Zukunftsausschuss St. Januarius

Eine Idee wurde noch im Juni 2015 umgeetzt: Der Familien-Newsletter St. Januarius. undefinedMehr. . .

Samstagmorgen gegen 10:00 Uhr
M. Schwermann bei der Einstimmung
Kirche in Nigeria - Father Dominik
Kunst in der Kirche - Egon Stratmann
Origami und andere Fertigkeiten
Helfer aus Herbede bei der Essenausgabe
"Christl. Meditation mit Sr. Silvia Anna
Nach einmal: Kunst.mit Papier
"Gemeinde der Zukunft" mit Michael Meurer
Die verdiente Kaffeepause
Abschlussgottesdienst

1. Gemeindetag in St. Januarius am 21.03.2015

Bericht von Michael Schwermann
Fotos von Ulrich Kestler, Walter Berens u. Lioba Niederhoff

Negativimage von Christsein, Gemeinde und Kirche

Es gibt immer weniger Priester und pastorale Fachkräfte in der katholischen Kirche. Wir in St. Januarius kennen diese Entwicklung. In Zukunft wird es noch weniger Priester und pastorale Fachkräfte, noch weniger finanzielle und materielle Mittel geben. Es werden weiter Veränderungen auf alle Gemeinden zukommen. Missbrauchs- und Finanzskandale haben zudem das Negativimage der Kirche verstärkt. Der Glaube war und ist für viele immer schwerer nachvollziehbar und verstehbar. Es war und ist schwer, von und demzufolge erst recht mit Gott zu sprechen. Der Sinn von Kirche und Gemeinde war und ist immer schwerer auszumachen.
Aufgrund dieser Entwicklungen schien es dem Zukunftsausschuss des Gemeinderates wichtig, als Gemeinde zusammenzurücken. Es sollte ein Weg gefunden werden, sich als Gemeinde positiv zu erleben und zu stärken. Wir wollten einen Austausch innerhalb der Gemeinde herbeiführen. Daraus entstand dann die Idee des Gemeindetages: Hoffnung machen, Sinn suchen, Gott als Mittelpunkt entdecken, Gemeinde für andere werden, Zukunftsbilder der Gemeinde entwerfen...

Einjährige Vorbereitung

Vor über einem Jahr begannen die Überlegungen und Vorbereitungen für den Tag. Es sollten möglichst alle Generationen erreicht sowie viele Interessen und Talente angesprochen werden.
Nur stichwortartig seien hier die Arbeiten aufgelistet, die der Zukunftsausschuss im Laufe eines Jahres bewältigt hat: erste Werbung auf dem Sommerfest, tolles Logo entwickelt, Mitgestaltung von Gottesdiensten, Einladung an viele Referenten, Entwicklung eines Programmheftes, Verteiler für das Programmheft finden, Weihnachtskarten-Werbeaktion, Verteilung der Programmhefte, Werbung nach den Gottesdiensten von Mitte Januar bis Ende Februar, Vorbereitung des Tages selber, Zuordnen und Einrichten der Räumlichkeiten, fürs leibliche Wohl sorgen, Anmeldungen sammeln, sichten, auswerten, Feinabstimmung mit den Referentinnen und Referenten, Abschlussgottesdienst organisieren, Räume und Technik einrichten... . Nicht erwähnt sind hunderte von mails, viele "Zwischendurch-Gespräche" und der unendlich vielfältige kleine "Kleckerkram".

Der Gemeindetag

Das erste positive Ergebnis war die hohe Anmeldezahl von 120 Teilnehmern. Auch einige nicht angemeldete Teilnehmer kamen noch dazu. Es wurden etwa 170 Plätze der Workshops "gebucht".
Folglich konnten die meisten Workshops dann auch wie geplant stattfinden, einige wenige mussten leider abgesagt werden.
Wie geplant begann der Tag um 10:30 Uhr in der Kirche mit einer kurzen Einführung, einem passenden Lied ("Suchen und fragen..."), Vorstellung der Referentinnen und Referenten einem Gebet sowie dem Segen für unser gemeinsames Vorhaben durch Pfr. Schmelz.
Dann ging es in die Workshops: Gesang, Flüchtlinge, Papiergestaltung, (Young-)Caritas, Kreuzgestaltung, Ytong, Kirche Nigerias, Religiöse Kunst, Komposition, christliche Meditation. Die Pfadfinder hatten einen Gemeindefilm gedreht, der über den ganzen Tag hinweg in einem der Pfadfinderräume angeschaut werden konnte.
Zum Mittagessen war das Gemeindeheim bis auf den letzten Platz belegt. Es war sehr schön, so viele Menschen quer durch alle Altersgruppen in angeregten Gesprächen beim Essen zu erleben.
Der Start für den Nachmittag begann wieder in der Kirche. Hier stellten sich den teilweise neuen Teilnehmern die teilweise neuen Referentinnen und Referenten vor. Hierbei fiel die Vorstellung unseres Bürgermeisters deutlich am längsten aus. Aber seine Vorstellungsrede mit seiner positiven Resonanz auf unseren Mini-Katholikentag tat der Gemeinde gut. Hoffenlich haben sich dann abends auch wirklich viele anerkennend auf die Schulter geklopft.
Die Workshops am Nachmittag: Gesang, Gemeinde ohne Priester und pastorale Fachkräfte, Familie, Kreuzgestaltung, Ytong, Komposition, christliche Meditation, Bewegung, bürgerschaftliches Engagement, Bibelteilen.
Nach der Kaffeepause fanden sich alle Workshopteilnehmer im Abschlussgottesdienst wieder. Der Gesangsworkshop sang mit der Gemeinde neue - bisher unbekannte - Lieder zum Thema Aufbruch und brachte durch Liedrufe, die der Chor mehrstimmig begleitete, spirituellen Tiefgang in den Gesang. Als Ergebnis des Meditationsworkshops versuchten alle Gottesdienstteilnehmer einen Augenblick der Stille zu halten. Von einigen Workshops wurden kurze Statements der Teilnehmer verlesen; die Bewegungsgruppe stellte ihr Ergebnis vor. Aus der starren Kirche wurde immer wieder eine bewegte Kirche. Die Komponisten erfreuten alle mit einem freien, einladenden und unkonventionellen Lied. Alle sozialen Workshops brachten jeweils eine Fürbitte mit. Ein lebendiger, tiefgehender und zuversichtlicher Gottesdienst, der mit einem Dank an die Referenten, den Zukunftsausschuss und an Gott endete.
Die erste Resonanz der Teilnehmer war sehr positiv. Besonders die tolle Atmosphäre und die gute Organisation wurden immer wieder hervorgehoben. Zu hören waren anerkennende Worte an Zukunftsausschuss-Mitglieder: "Da haben Sie sich aber wirklich viel Arbeit gemacht. Aber es hat sich gelohnt und - Dankeschön".

Wie es weiter geht

Die Ergebnisse des Tages werden vom Zukunftsausschuss nun ausgewertet, die nächsten Schritte werden überlegt und festgelegt. Fest steht: es gibt ein hohes Interesse, an vielen Themen weiter zu arbeiten.

Was wir gelernt haben

Schon während der Planung des Gemeindetages im Zukunftsausschuss haben wir vieles gelernt. Es lohnt, sich gemeinsam in einen Prozess zu begeben und um Wege in die Zukunft zu ringen. Mit dem Gemeindetag als Ergebnis hat sich das erwiesen.
Der Zukunftsausschuss hat den Tag nicht alleine organisiert. Viele Menschen der Gemeinde waren bereit, dieses Vorhaben zu unterstützen. Es war nur wichtig, sie persönlich anzusprechen. So haben sich sofort Menschen bereit erklärt, die Texte für das Programmheft zu korrigieren. Viele waren auf Anfrage sofort bereit, die Programmhefte in alle Haushalte zu verteilen. Manch einer bot Hilfe an für den Fall, dass sie gebraucht würde.
Da es auch um die Frage ging, wie Gemeinde ohne Priester und pastorale Fachkräfte funktionieren kann, hielt Pfarrer Schmelz sich bewusst zurück. Er unterstützte uns und das Projekt geistig und moralisch. Wir durften dadurch erfahren: Wir schaffen auch vieles ohne Priester. Wir selber haben die Möglichkeit Gemeinde zu gestalten. Es geht.

Manche Referenten kamen bewusst auch für wenige Teilnehmer. Auch das dürfte ein wichtiger Hnweis für die Zukunft sein. Wir dürfen nicht auf die großen Massen schauen. Jeder einzelne muss uns wertvoll sein. Denn nur so spürt auch jeder einzelne, wie wertvoll er oder sie ist.

Wir durften erfahren, auf dem Weg in die Zukunft von vielen Menschen und vielen Ebenen unterstützt zu werden. Da sind zunächst die Menschen aus der eigenen Gemeinde. Unterstützt wurden wir auch von Mitgliedern des Gemeinderates aus Witten-Herbede. Sie sorgten sich um unsere Verpflegung, damit wir als Gemeindemitglieder uns auf unsere Workshops konzentrieren konnten. Eine ganz besondere Geste, die zeigt, dass man sich auf Pfarreiebene gegenseitig unterstützen kann.Die Caritas stellte eine Referentin und ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Stadt, in der wir wirksam werden wollen, unterstützte uns durch den Flüchtlingsbeauftragten und den Bürgermeister. Und auch das Bistum war präsent. Drei Referenten leiteten Workshops. Zudem unterstützte das Bistum den Gemeindetag auch finanziell mit 1000 € aus dem Fördertopf für das Zukunftsbild des Bistums.
Auf dem Weg in die Zukunft können wir uns also auf vielseitige Unterstützung verlassen.
Allen gilt ein großes Dankeschön.

Aufbruch - so das Motto des Gemeindetages. Es war der Start zum Aufbruch in die Zukunft.
Der erste Schritt auf dem Weg, sich als Gemeinde unter veränderten Bedingungen neu zu finden.
Der erste Schritt auf dem Weg, der Gott immer tiefer in die Gemeinde hinein kommen lässt.
Der erste Schritt auf dem Weg, sich dem andern und seiner Not mehr und mehr zu öffnen.